Los geht´s

Wie haben wir uns überhaupt kennengelernt? Das war lange bevor wir überhaupt irgendein Interesse aneinander hatten. Über einen gemeinsamen Freund sind wir uns öfters auf Partys begegnet. Wir waren so 16/17 Jahre alt und haben uns nie wirklich unterhalten (höchstens mal einen zusammen getrunken). 

Und so hübsch sahen wir damals aus!

Man sieht uns unser Interesse aneinander förmlich an!

Dann haben wir uns einige Jahre nicht gesehen, wir steckten jeder in anderen Beziehungen und waren mit unseren Ausbildungen beschäftigt. In diesen Jahren ist einiges passiert.

Nach seiner Ausbildung zum Tischler war der Arbeitsmarkt nicht so gut und Andre jobbte bei verschiedenen anderen Stellen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Aber diese waren immer nur befristet, so dass ein häufiges Wechseln nötig war. Was sich tatsächlich, im nach hinein betrachtet, als großen Vorteil herausgestellt hat. Da er in diesen verschiedenen Jobs, viele unterschiedliche Tätigkeiten erlernt hat.

Andre plante 2002 mit seiner damaligen Freundin nach Kanada auszuwandern. Dazu hat er hier alle Zelte abgebrochen. Seine ganzen Sachen im Container verschifft und sich von allen Freunden und Familienmitgliedern mit einer großen Party verabschiedet. Nach kurzer Zeit in Kanada ging die Beziehung jedoch in die Brüche. Er blieb noch eine Weile alleine in Kanada. In dieser Zeit konnte er dort auch als Tischler arbeiten. Allerdings hat er nie wirklich Fuß fassen können und kehrte nach einem halben Jahr wieder nach Deutschland zurück.

Wieder hier, hat Andre für ein halbes Jahr eine Stelle in einer Zimmerei bekommen, die dann aber im Winter nicht mehr zur Verfügung stand. Glücklicherweise fand er dann eine Stelle als Tischler in einer Tischlerei mit angehängtem Bestattungsunternehmen. Nach ca. einem Jahr, wurde die Tischlerei geschlossen und Andre wurde gefragt ob er nicht in dem Bestattungsunternehmen weiter mitarbeiten möchte. Andre probierte es aus und kam mit dieser Arbeit gut zurecht. Nach einiger Zeit machte er alles. Von Behördengängen, Trauergesprächen bis hin zu Aufbahrungen.
Nach 12,5 Jahren als Bestatter entschied sich Andre 2016 wieder in seinen alten Job als Tischler zurück zu kehren, da ihn die ständige Bereitschaft mürbe machte.
Den Wechsel hat er nie bereut und ist glücklich wieder als Tischler arbeiten zu können.

Um zu verstehen, was die Entscheidung zu Reisen und hier alles aufzugeben für mich bedeutet, muss ich euch erst meine Geschichte erzählen.
Mit 18 habe ich mich, nach Abschluss der Fachoberschule für Gestaltung, dazu entschlossen Fotografin zu werden. Um aber erst einmal den Beruf kennen zu lernen, absolvierte ich ein einjähriges Praktikum in einem Studio für Werbefotografie. Leider durfte dieses Studio damals nicht ausbilden und alle Bemühungen einen anderen Platz zu bekommen scheiterten. So musste ich mich zunächst mit der Ausbildung zur Fotolaborantin zufriedengeben. Diese Ausbildung schloss ich 1999 erfolgreich ab. Danach bekam ich endlich meinen Ausbildungsplatz in einem Studio für Werbefotografie. Ich war total glücklich, da ich auf keinen Fall als schüchternes Mäuschen in die Portraitfotografie wollte und auch der Meinung war in einem Werbestudio mehr lernen zu können. Was sich auch bestätigt hat. Diese Ausbildung konnte ich um ein halbes Jahr verkürzen und machte im Januar 2002 meinen Abschluss.

Da ich jedoch ein sehr ehrgeiziger Mensch bin und grundsätzlich keine halben Sachen mache, war für mich zusammen mit dem Entschluss Fotografin zu werden, auch der Entschluss gefallen, mich irgendwann selbstständig zu machen. Aus diesem Grund besuchte ich während meiner Ausbildung zur Fotografin noch eine dreijährige Abend- bzw. Wochenendschule und machte eine kaufmännische Ausbildung zur Fachkauffrau für Handwerkswirtschaft. Diese Prüfung legte ich im Sommer 2002 erfolgreich ab.
Da ich die ganzen Jahre auch etwas Geld zum Leben brauchte und man als Schülerin, Praktikantin und Auszubildende Fotolaborantin und Fotografin so gut wie nichts verdient, habe ich seit meinem 16.Lebensjahr alle möglichen Nebenjobs gemacht. Vom Putzen in einer Diskothek, jobben in einer Videothek bis hin zum Zeitungen austragen, was ich sehr lange gemacht habe. Die Tageszeitung, 6 Tage die Woche, immer von 1.30 bis 5.30 Uhr.
Und das immer neben all dem anderen. Keine Ahnung wie ich das alles zusammen geschafft habe.

Während meiner Ausbildung kamen natürlich immer mehr Freunde und Familie bei mir an und wollten das ich sie fotografiere. Dabei merkte ich auf einmal das mir das Arbeiten mit Menschen doch viel mehr Spaß macht, als mit leblosen Gegenständen. Und so entdeckte ich meine Leidenschaft für die Portraitfotografie.
Nachdem ich meine Fotografenausbildung beendet hatte, machte ich mich auch schon direkt selbstständig und arbeitete zunächst von zu Hause aus als Portraitfotografin und noch als freie Mitarbeiterin für meinen Ausbildungsbetrieb. Damals galt noch die Meisterpflicht und mein Ausbilder erklärte sich bereit mit mir eine GbR zu gründen, bis ich meinen eigenen Meistertitel in der Tasche habe, für den ich mich direkt in Dortmund bei der Meisterschule anmeldete.
Gesagt, getan. Einige Monate später mit Selbständigkeit, Zeitung austragen und Meisterkurs, konnte ich endlich als Erste und Jüngste aus unserem Kurs, den Titel Fotografenmeisterin tragen. Ich hatte das Glück das mir meine Kaufmännische Ausbildung als Teil 3 der Meisterprüfung anerkannt wurde und ich somit nur Teil 1 und 2 (den theoretischen und praktischen Teil) in Dortmund machen musste. Was mir noch fehlte war der Teil 4, der Ausbilderteil. Da ich aber zu Beginn der Sommerferien 2003 unbedingt fertig sein wollte, ich aber keine Zeit mehr hatte den Kurs dafür zu besuchen, ging ich das Risiko ein, mir lediglich das Buch zu kaufen und dann einfach nur die Prüfung zu machen. Nach einer Theorieprüfung mit der Note 3, kam dann die mündliche Prüfung, in der ich doppelt solange geprüft wurde wie alle anderen. Es war die Hölle, da ich fast nichts von dem wusste was die von mir wissen wollten. Letzten Endes haben die Prüfer aber meinen Mut bewundert und mich mit einer 4- durchkommen lassen 🙂 
Mehr wollte ich ja auch nicht 😉
Es hat alles geklappt und ich war seit dem 25.07.2003 mit 25 Jahren Fotografenmeisterin.

Damit trennten sich offiziell die Wege von mir und meinem Ausbilder und ich machte mich auf die Suche nach passenden Räumlichkeiten für ein Portraitstudio. Nebenbei machte ich ein Businesskonzept für die Banken fertig. Im Dezember fand ich dann die für mich perfekten Räume und ab Mai 2004 konnten wir diese anfangen zu renovieren. Und wir haben renoviert! Familie und Freunde haben alle reichlich mit angepackt. Es blieb kein Kabel in der Wand, wir haben alles neu gemacht. Wie schon gesagt, ich mache keine halben Sachen 😉  Dummerweise musste ich in der Zeit noch eine Knie-OP über mich ergehen lassen und war 6 Wochen auf Krücken angewiesen. Ich habe dafür sehr viel investieren müssen, was auch nur mit der Bürgschaft meiner Eltern ging, die immer an mich geglaubt und mich unterstützt haben.
So war es dann am 18.07.2004 soweit und ich konnte mein Fotostudio eröffnen. Ich habe zu dem Zeitpunkt übrigens immer noch Zeitung ausgetragen.

Privat steckte ich einer nicht so glücklichen Beziehung, weswegen ich mich auch wohl so in meinen Beruf gestürzt habe. Wofür ich aber heute sehr dankbar bin, sonst wäre ich vielleicht nicht so weit gekommen. Letzten Endes ging es aber nicht mehr und ich habe mich 3 Monate nach Studioeröffnung, nach 8 Jahren Beziehung, getrennt. Es war eine richtige Befreiung. Finanziell allerdings eine zusätzliche Belastung für mich, da ich dann eine Wohnung alleine bezahlen musste. Aber dank des Zeitungaustragens, war es gerade so machbar.

Keine 2 Monate nach der Trennung (eigentlich wollte ich erstmal mein Singleleben genießen) lief mir dann Andre wieder über den Weg. Und was soll ich sagen, das war perfekt. Wir verliebten uns ineinander und nach einem Jahr Beziehung zog ich bei Andre ein. Nach 5 Jahren heirateten wir 2009. Wir feierten eine wunderschöne Hochzeit (ich weiß das sagt jeder über seine Hochzeit). Ein Jahr vorher bauten wir noch das Elternhaus von Andre um. Wir machten fast alles selber und so dauerte es eine Weile bis wir fertig waren. Aber auch hier merkten Andre und ich schon, wie gut wir uns ergänzen. Wir fühlen uns hier sehr wohl und haben es richtig gemütlich.

Ein Jahr nach der Hochzeit konnte ich Andre zu einem Hund überreden. Ich liebe Hunde und wollte unbedingt wieder einen haben und da ich ihn auch mit zur Arbeit nehmen konnte, war das auch kein Problem. Dazu musste es allerdings ein ruhiger Hund werden und da wir eher größere Hunde mögen und zusätzlich noch einen Hund mit kurzem Fell wollten, sind wir irgendwie auf eine Dogge gekommen. Jetzt holt man sich natürlich nicht mal eben so eine Dogge ins Haus. Wir haben uns sehr gründlich über die Rasse informiert und sind zu dem Entschluss gekommen das die Rasse perfekt zu uns passt. Nach langem Suchen haben wir dann auch einen tollen Züchter gefunden, der den besten aller Hunde für uns hatte. Unseren lieben und tollen Graf Navarre (Navar gesprochen).

Mittlerweile haben wir 2015 und die letzten Jahre mit meinem Fotostudio waren eigentlich sehr gute Jahre. Klar hat man immer mal Höhen und Tiefen dabei, gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit, aber im Grunde konnte ich jedes Jahr Umsatzsteigerungen verbuchen. Es lief alles super und ich konnte 2008 auch endlich das Zeitung austragen einstellen.

Eine Sache ist in all den Jahren aber immer zu kurz gekommen, und das ist das Reisen! Wir sind 2 Wochen in die Flitterwochen auf die Kap Verden geflogen und waren mal 2 Wochen mit Freunden in Schweden. Aber sonst waren es eigentlich immer nur verlängerte Wochenenden, höchstens mal eine Woche am Stück und dann auch meistens nicht so weit weg oder mit Freunden.

Im August 2014 zeichnete sich ein super Umsatz für das Jahr ab und ich beschloss ganz spontan eine größere Reise zu buchen. Irgendwie ergab es sich, dass eine Fotografenkollegin in Costa Rica ein Haus hat, was ich über Silvester ein paar Tage mieten konnte. Damit war mein Plan geboren, meinem Mann ein grandioses Weihnachtsgeschenk zu machen. Ich sprach mit seinem Chef ob er Andre drei Wochen Urlaub gibt, sorgte für eine Unterkunft für unseren Hund und buchte die Flüge. Dann plante ich die Rundreise und die Unterkünfte 4 Monate lang. Immer abends oder an den Wochenenden. Andre dachte ich arbeite 😉

Dann kam Heiligabend und die große Bescherung. Ich kann nur sagen, Andre war absolut sprachlos. 3 Wochen Costa Rica und Panama und der Flug ging in 3 Tagen. Die Überraschung ist mir voll geglückt. Ich war mir aber auch unsicher ob Andre diese Art von Reisen gefällt. Selbst zu Reisen, mit einem Mietwagen, kein Pauschalurlaub, keine Reisegruppe. Aber ich hatte voll ins Schwarze getroffen, es war ein traumhafter Urlaub und wir haben ihn richtig genossen. 

Einen Haken hatte der ganze Urlaub jedoch, mein Fernweh war stärker denn je. Ich wollte reisen! Daraufhin nahmen wir uns vor, wenigstens alle 2 Jahre so eine große Reise zu machen.
Doch irgendwie gingen die Wochen und Monate vorbei und ich dachte immer mehr darüber nach wieviel ich von der Welt eigentlich noch unbedingt sehen will, wie viele Länder ich gerne bereisen möchte. Na ja, und wenn man dann rechnet wie viel man dann noch bis zu seinem voraussichtlichen Lebensende schaffen kann, wenn man nur alle 2 Jahre reist, wird einem schnell klar, dass die Lebenszeit vorne und hinten nicht reicht. Und dann war sie da meine Idee, am 14.09.2015. Ich will mit einem eigenen Fahrzeug um die Welt!

Jetzt musste ich nur noch Andre davon erzählen und das machte mich doch ein wenig nervös. Er kennt mich und weiß, wenn ich mir erstmal was in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich es auch irgendwie durch. Aber bei dieser Geschichte musste Andre mitziehen oder die Idee würde zu Staub zerfallen. Ich nahm meinen Mut zusammen und erzählte ihm, das ich finde, er sollte seinen Job in 5 Jahren kündigen, ich mein Studio schließen, in der Zwischenzeit sollten wir einen LKW ausbauen und dann damit auf Weltreise gehen.
Ich dachte wirklich er erklärt mich für total verrückt, aber was macht er? Er sagt ohne groß zu überlegen JAAA!!! Lass uns das machen!!!

Seit dieser Entschluss steht, geht es mir und meinem Mann auf einmal total anders. Total gut!! Ich habe auf einmal keine Angst mehr älter zu werden, keine Angst mehr irgendetwas im Leben zu verpassen. Und auch von dieser sehr extrem gewordenen Konsumgesellschaft und Geiz ist geil – Gesellschaft weg zu kommen fühlt sich gut an. Sich, auf die wesentliche Dinge im Leben fokussieren zu können. Und Andre sagt, dass er jetzt erst merkt wie sehr ihm ein Ziel fehlt. Wir hatten eigentlich alles erreicht. Kinder wollen wir nicht und so hatten wir quasi kein Ziel, keine Aufgabe mehr, außer den üblichen Alltag zu bewältigen. Erst jetzt merkten wir, dass wir doch unglücklich damit waren, den Rest unseres Lebens so weiter machen zu müssen. Und deshalb fiel es mir überhaupt nicht schwer meinen Traum vom eigenen Fotostudio sterben zu lassen, um dann dafür den Traum vom Reisen leben zu können. Denn diesen Traum hatte ich auch irgendwie schon mein Leben lang.

25.09.2016 – Ein Jahr später!

Ein Jahr nach der Entstehung unseres Plans, in 5 Jahren den LKW auszubauen und auch Budget für 2 Jahre reisen zu sparen, schauen wir zurück und gucken was in dieser Zeit so alles passiert ist. Und das war einiges! Leider sind sehr viele unschöne Dinge passiert, die uns echt zu schaffen gemacht haben, aber eins ist klarer als jemals zuvor:

Unser Ziel diese Reise zu machen und unser Leben zu verändern!!!

Aber ich fange am besten mal vorne an und erzähle was in diesem Jahr so alles passiert ist. Die ersten 3 Monate nach unserem Entschluss lief noch alles ganz entspannt. Andre fing direkt an sich über LKW-Ausbau zu informieren und bestellte sich erste Bücher und Infomaterial und durchstöberte ständig das Internet nach interessanten Artikeln und Blogs. Anfang Oktober besuchten wir bereits unsere erste Offroadmesse um uns inspirieren zu lassen.

Und dann kam der Januar!

Wir genossen unseren verdienten Weihnachtsurlaub zu Hause, als ich am letzten freien Wochenende meinte mir meinen Fuß ganz blöd umknicken zu müssen. Das war am Freitag 08.01.16.  Am Sonntag sind wir dann erstmal ins Krankenhaus zum Notdienst, weil die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren. Da hieß es dann 6 Wochen nicht auftreten und auch kein Auto fahren, einfach super! Ich durfte also meinen ersten Arbeitstag, nach dem Betriebsurlaub, am 11.01.16 mit Krücken anfangen. Da ich ja nun mal selbstständig bin, muss ich arbeiten, egal wie! Und dann kam der nächste Hammer! Meine Mutter hat mich ins Studio gefahren und half mir noch am Anfang mit meinen Krücken zurecht zu kommen. Ich sagte Ihr das ich das Gefühl habe dass das ein scheiß Jahr wird! Es ahnte wohl keiner wie Recht ich damit behalten würde.

Ich schloss wie jeden Morgen die Tür zum Studio auf, bat meine Mutter mir die Kasse zu holen, schloss diese auf und dachte ich traue meinen Augen nicht, das ganze Geld war weg! Und dann ging mein Blick direkt dahin wo immer meine Kameraausrüstung liegt! Und sie war weg!!! ALLES!!! Ich war also nicht mal mehr in der Lage Passbilder zu machen.

Nachdem sich der Schock gelegt hatte, rief ich die Polizei. Wenn ich geahnt hätte was mich die Kripo und die Versicherung noch an Nerven kosten würde, hätte ich wohl selber noch eine Scheibe eingeschlagen. Aber der Reihe nach. Es war sofort klar dass es jemand gewesen sein muss der auch mal für mich gearbeitet hat. Der einen Schlüssel hat/hatte und genau wusste wo alles liegt. Nachdem ich erst kurz meine neue Putzfrau in Verdacht hatte, war mir dann aber doch schnell klar dass es mein ehemaliger Azubi gewesen sein musste. Keinem anderen meiner Mitarbeiter hätte ich das zugetraut! Dieser Azubi war allerdings schon fast ein Jahr nicht mehr bei mir und hatte die Ausbildung nach einem halben Jahr (davon 3 Monate Krankenschein) bereits wieder abgebrochen. Jedenfalls meldete sich der für mich zuständige Kripobeamte einen Tag später (Dienstag) bei mir telefonisch und nahm meine Aussage auf. Er wollte meinen Verdacht an die Staatsanwaltschaft weiterleiten um einen Durchsuchungsbefehl zu bekommen. Ich will jetzt nicht auf alle Einzelheiten eingehen, aber nach 3, wegen Krankheit ausgefallenen, Kripobeamten, einer Diskussion mit dem Chef der Kripo und insgesamt fast 3 Wochen später wurde dann endlich am 29.01 die Wohnung durchsucht! Natürlich hatte dieses kleine A…. dadurch genug Zeit die Sachen zu verscheuern. Gott sei Dank, war er aber dämlich genug ein ganz paar von meinen alten Sachen bei sich zu Hause liegen zu lassen. Die wurden dann von der Kripo gefunden und es konnte Ihm nachgewiesen werden, dass er mit einem unberechtigt nachgemachten Schlüssel die Ausrüstung gestohlen hat.

Das half mir allerdings erstmal nur sehr wenig, denn ich brauchte ja ganz schnell eine neue Ausrüstung! Die ersten Wochen half mir eine ganz liebe Kollegin mit einer Kamera und einem Objektiv aus. Ich hatte ja zuerst die Hoffnung dass die Ausrüstung noch wieder auftaucht. Aber weit gefehlt, da die Käufer nicht ermittelt werden können, wenn der Verkäufer nicht die Namen Preis gibt. Und das tat er nicht. Die zweite Hoffnung die man hat ist die Versicherung. Aber diese hat mich bis zum 25.09, fast 10 Monate später, mehr als hängen lassen und hatte den Schaden noch nicht übernommen. Die zahlen nur bei „Diebstahl nach Einbruch“ und für die war es nicht eindeutig Einbruch. Ich sag ja, ich hätte eine Scheibe einschlagen sollen. Die Versicherung wartete auf den Bericht der Staatsanwaltschaft. Am 05.08. war die Gerichtsverhandlung, bei der ich auch als Zeugin aussagen musste. Der Richter hat ihn zur möglichsten Höchststrafe, 10 Monate auf Bewährung und 200 Sozialstunden, verurteilt, wegen besonders schwerem Diebstahl. Ein kleines bisschen Genugtuung für mich. Bringt mich finanziell aber auch nicht wieder dahin wo ich wäre, wenn ich nicht im Februar ein 15.000 € Darlehn hätte aufnehmen müssen um mir eine neue Ausrüstung kaufen zu können. Es hieß also weiter auf die Entscheidung der Versicherung warten zu müssen! Und im Hinblick auf unsere Pläne, bedeutete das ein Jahr früher oder später Reisen zu können. Was uns zu dem Zeitpunkt erst noch nicht so gestört hat. Allerdings passierte ja im Laufe des Jahres ja noch mehr und der Faktor Zeit wird doch noch sehr wichtig!

Während wir uns also mit dem ganzen Diebstahlscheiß auseinandersetzten mussten, passierte das Nächste, was uns ganz schön aus der Bahn geworfen hat. Wir mussten Ende Februar mitten in der Nacht mit unserem Hund zur Tierklinik. Die Diagnose Magendrehung. Die Tierärztin sagte uns, das wir genau 2 Minuten Zeit haben uns zu entscheiden zwischen einschläfern lassen und einer OP für 2000 € mit einer Überlebenschance von 50:50, bei einer schon älteren Dogge. Wir wussten das Deutsche Doggen da sehr anfällig für sind und hatten im Vorfeld da schon drüber geredet, wie wir uns in dem Fall entscheiden würden. Unser Hund war 5,5 Jahre alt zu dem Zeitpunkt (durchschnittliche Lebenserwartung einer Dogge liegt bei 7 Jahren) und Andre hat immer gesagt wenn er älter als 5 ist, steht die OP in keinem Verhältnis mehr (Und da sind wir von 1500 € ausgegangen, aber dank Notdienst waren es 2000 € ). Ich habe immer gesagt, dass ich die Situation abwarten muss bevor ich entscheide. Jetzt war nun leider diese Situation da und ich bin Andre sehr dankbar das er nur gesagt hat: „Du kennst meine Meinung, entscheide du“ und ich habe entschieden, und ich habe mich für die OP entschieden! Und das war die richtige Entscheidung. Navarre hat die OP gut überstanden. Wir waren sehr glücklich darüber, auch Andre, den ich während der OP (wir mussten wieder nach Hause fahren) noch nie so emotional erlebt habe. Graf Navarre war halt schon wie unser Kind und wir hofften dass wir noch 2-3-4 schöne Jahre mit ihm haben würden.

Dann passierte eine ganze Weile nichts und wir dachten wir hätten den Mist für dieses Jahr durch, aber weit gefehlt.

Wir waren am 19.06 zum Frühstück bei einem Fotografenkollegen in Melle (ca. 50km entfernt) eingeladen und hatten dort zunächst einen tollen Morgen. Doch dann bekommt Andre, der immer noch als Bestatter arbeitete einen Anruf von seinem Chef, dass mein Cousin plötzlich gestorben ist. Mit 35 Jahren!

Ich kann nicht sagen, dass wir ein sehr enges Verhältnis hatten, aber es hat mich dennoch extrem geschockt. Und daraufhin wurden mir und Andre mal wieder einmal mehr klar, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Zumal auch Andre´s Mutter mit 38 Jahren an Krebs gestorben ist. Deshalb wollen wir mit dem Reisen nicht warten bis wir in Rente sind. Womöglich erleben wir die ja gar nicht mehr oder sind körperlich so hinüber, dass wir das nicht mehr schaffen können. NEIN DANKE!!!  Ein weiterer Grund dass wir unser Leben ändern wollen!

Dann kam noch der hoffentlich letzte Hammer für das Jahr 2016! Es gab das Gerücht, das hier, wo mein Studio ist, alles von einem Großinvestor aufgekauft werden soll und ein Supermarktgelände entstehen soll. Ich habe natürlich sofort angefangen zu recherchieren und meine Kontakte ausgefragt die ich dieser Richtung hatte. Und es stellte sich leider heraus, dass es keine Gerüchte waren und es diese Pläne gibt.

Was bedeutete das nun für mich? Gute Frage?! Ich habe mit meiner Vermieterin gesprochen und sie meinte sie wüsste von nichts. Für mich wäre es eine Katastrophe, wenn ich aus dem Studio raus muss bevor wir das Geld für die Reise zusammen haben. Ich wollte ja nicht noch für 2 oder 3 Jahre in andere Räume investieren. Und in provisorisch eingerichteten Räumen zu arbeiten wäre vermutlich für den Umsatz nicht förderlich.

Was habe ich also gemacht. Ich habe mit meiner Vermieterin einen neuen Mietvertrag abgeschlossen, indem mir die Mietzeit für 4 Jahre und 4 Monate (damit ich erst nach dem Weihnachtsgeschäft raus muss) verlängert wurde. Bis zum 31.01.2021. Somit kann mir in der Zeit nichts passieren. Allerdings bedeutete das jetzt auch dass wir nur noch 4 Jahre Zeit haben unser Geld zu sparen. Das wird eng, vor allem wenn die Versicherung nicht zahlen würde. Sollte dieses Gebäude jedenfalls verkauft und abgerissen werden, würde es mir meine Entscheidung hier alles aufzugeben sehr viel leichter machen, da ich diese Räume wirklich sehr mag und die ideal passen.

Aber wenn ich eh raus muss………….

Die Zwischenzeit verbrachten wir immer mit sparen, recherchieren und planen.

Was wollen wir überhaupt für einen LKW, wie wollen wir ausbauen. Was ist uns dabei wichtig. Was werden wir alles brauchen. Wie müssen wir alles machen. Auch überlegten wir uns, in wie weit wir alles auf YouTube usw. dokumentieren wollen, um vielleicht dabei ein paar Euro verdienen zu können. Allerdings werdet ihr feststellen, und das haben wir auch, das wir nicht dafür geschaffen sind, vor der Kamera zu stehen und zu quatschen. Ein bisschen machen wir es aber trotzdem um euch auf dem laufenden zu halten. Da müsst ihr halt durch 😉

Im Frühjahr 2017 ging es unserem Hund langsam immer schlechter. Er hatte immer weniger Lust spazieren zu gehen und zu spielen. Es stellte sich heraus das sein Herz nicht mehr so richtig wollte. Vermutlich eine Nachwirkung der OP, ein Jahr zuvor. Wir konnten ihm mit Medikamenten (und eine Dogge braucht viel davon) noch ein paar schöne Monate bescheren, aber im Sommer hat er uns dann leider im Alter von 7 Jahren verlassen.

Zwischenzeitlich hatten wir uns für einen Mercedes-Benz LKW über 12t entschieden. Wir hielten die Augen offen und guckten bei Mobile.de usw.
Irgendwann im März 2017 stellte dann ein Händler, in der Nähe von uns, einen passenden LKW ein. Allerdings hatten wir, wegen der ganzen Zwischenfälle, das Geld noch nicht ganz zusammen. Doch irgendwie sollte dieser LKW unser werden, denn er hat tatsächlich auf uns gewartet 🙂
Der Preis wurde zwischendurch öfters mal geändert. Mal mehr, dann mal wieder weniger und noch weniger, dann wieder mehr. Und als wir endlich das Geld zusammen hatten, wurde der Preis nochmal gesenkt und wir mussten zuschlagen. Mit dem Cousin von Andre, der LKW-Mechaniker ist, fuhren wir hin, schauten ihn uns an und kauften letztendlich am 22.12. einen 12.22 🙂 

Jetzt hatten wir endlich unseren LKW 😊 und so ein neues Familienmitglied braucht natürlich einen ehrwürdigen Namen. Ihr habt ja schon mitbekommen das die Wahl auf Otto gefallen ist. Warum uns dieser Name so passend erschien und warum er uns so wichtig ist erfahrt ihr im Video zur Taufe. Und was sagt Opa überhaupt dazu? 😉

Mittlerweile haben wir 2018

Irgendwann im Laufe des Jahres, ich kann gar nicht sagen wann, es war ein schleichender Prozess, mussten wir einsehen, dass auf Grund unserer ganzen Zwischenfälle, unser Sparplan nicht funktioniert. Andre war seit Anfang des Jahres mit dem Bauen an Otto beschäftigt und es wurde auch schon viel Geld investiert. Wir hatten dann noch die Idee unser freies Zimmer, was nur als Abstellkammer genutzt wurde, zu einem Gästezimmer einzurichten und das auf Airbnb zu vermieten. Tatsächlich wurden unsere Erwartungen, was die Buchungen angeht, bei weitem übertroffen. So schafften wir es wieder etwas mehr zu sparen. Allerdings immer noch nicht genug. Es war aber keine Option aufzugeben. Wir verabschiedeten uns von unserem 5 Jahresplan und beschlossen 7 Jahre daraus zu machen. Irgendwann kam es auch irgendwie, dass wir beschlossen, nicht nur 2 Jahre reisen zu wollen, sondern am liebsten so lange es geht. Viele Jahre/Jahrzehnte.

Also musste ein neuer Plan her. Wie können wir unterwegs Geld verdienen? So ist es gekommen das ich mich entschieden habe, auf unseren Reisen, als virtuelle Assistentin zu arbeiten. Andre als Handwerker, müsste sich immer unterwegs Arbeit suchen. Auch da sind wir zuversichtlich, dass es klappen wird.

Im Dezember 2018, mitten im Weihnachtsgeschäft, kam meine Vermieterin auf mich zu. Sie sagte, da ich Vorkaufrecht auf das Gebäude mit meinem Studio, habe, könnte ich mir überlegen ob das Gebäude für einen bestimmten Preis, kaufen will. Das wäre der Preis, den der Investor geboten hat. Sie gab mir eine Woche Zeit mich zu entscheiden. 

Ich habe dann abends erstmal mit Andre eine Flasche Wein geköpft und überlegt ob das überhaupt ein Thema für uns ist, das Gebäude zu kaufen. Nachdem die Flasche leer war, stand fest, ja wir wollen das Studio kaufen und wenn wir mit unserer Reise starten, alles vermieten. Das hätte dann eine schöne Altersvorsoge sein können. Jetzt mussten wir erstmal sämtliche Kostenvoranschläge für Reparaturen und Instandhaltung des Gebäudes einholen. Mit Bank und Steuerberater sprechen, mit einem Immobilienmakler wegen den 2 Wohnungen im Gebäude und, und, und…..und das alles in einer Woche.

Auch wenn noch sehr viel Geld in das Haus gesteckt werden müsste, wurde von allen ein Daumen hoch gegeben und wir entschlossen den Kauf zu machen. Aber wie es kommen musste, hat der Investor sein Kaufangebot um eine beträchtliche Summe erhöht. Diese sind wir noch mitgegangen, da sich der Kauf dann trotzdem noch gelohnt hätte. Aber auch da erhöhte der Investor wieder den Kaufpreis. Das wäre wahrscheinlich immer so weiter gegangen und wir hätten keine Chance gehabt den Zuschlag zu bekommen, deshalb stiegen wir aus. So wusste ich das ich bald einen neuen Vermieter bekommen würde, der mich allerdings frühstens Ende Januar 2021 aus dem Gebäude kriegen würde. Allerdings sagte der Investor schon das ich darüber hinaus solange in dem Gebäude bleiben kann, bis die das wirklich brauchen bzw. abreißen werden. Und wir wissen ja alle wie schnell die deutschen Ämter arbeiten. daher war klar, dass das noch eine Weile dauern würde.

2019

Das Jahr 2019 war wahrscheinlich das ruhigste Jahr das wir bisher hatten. Es ist tatsächlich nichts passiert. Andre hat sehr viel an Otto gewerkelt und ich habe viel im Studio gearbeitet. Das Airbnb Zimmer lief nach wie vor super und wir lernten viele spannende Menschen kennen. Der Verkauf des Studiogebäudes wurde aus verschiedenen Gründen noch nicht über die Bühne gebracht.

Zu Weihnachten haben Andre und ich beschlossen unseren Freunden, der erweiterten Familie und auch Kollegen (und Andre´s Chef) von unseren Plänen zu erzählen und dann auch langsam unseren öffentlichen Auftritt mit Homepage usw. zu planen. Die ganzen Weihnachtsessen boten sich dazu super an und tatsächlich waren alle begeistert von unseren Plänen. Tatsächlich hielt uns niemand für verrückt. Zumindest sagte es uns keiner 😉 Es war ein tolles Gefühl nun endlich mit allen offen darüber reden zu können und nicht mehr drum herum reden zu müssen, wenn Fragen kamen, wie es denn mit meinem Studio weitergeht, wenn ich da raus muss. Denn diese Fragen kamen wirklich ständig, seid klar war, dass das Gebäude wegkommt.

Wir sind im aktuellen Jahr 2020 angekommen.

Die Ziele die wir uns für dieses Jahr gesetzt haben, sind zum einen, das Veröffentlichen der Homepage und zu anderen mit Social Media zu starten. Wie ihr bemerkt habt, hat das geklappt 😉

Seit dem 1.3.20 habe ich dann auch tatsächlich den Investor als Vermieter. Der Verkauf des Hauses hat noch solange gedauert. Ich kann mich mit dem Investor einigen und meinen Mietvertrag, um ein Jahr, auf den 31.1.22, verlängern.

Unser zweites großes Ziel ist es Otto im Mai durch den TÜV zu bekommen und im Juni mit ihm zur Abenteuer Allrad nach Bad Kissingen zu fahren. Leider musste sich Andre aber Ende Februar einer OP wegen einem Bauchdeckenriss unterziehen und war über 6 Wochen außer Gefecht gesetzt. Damit hatte sich unser Ziel Bad Kissingen leider in Luft aufgelöst.

Aber wir hatten ja mittlerweile auch unser Endziel definiert, was trotzdem zu schaffen ist:

12.22 in diesem Monat soll unser großes Abenteuer beginnen!
Irgendwie zieht sich diese Zahl seit dem Kauf durch unser Leben 🙂

UND DANN KAM CORONA!

Jetzt wo ich diese Zeilen hier schreibe, ist es ein Tag vor Karfreitag 2020. Ich glaube jeder weiß im Moment wie die Lage in der Welt, in Deutschland und in der Wirtschaft aussieht.

DRAMATISCH!

Leider trifft die Krise auch mein Fotostudio extrem hart und alle Aufträge/Veranstaltungen usw. werden storniert. Ich will versuchen auf alle Fälle, noch meine Auszubildende bis zum Sommer durchzukriegen, damit sie Ihre Abschlussprüfung machen kann. Leider bekomme ich für sie kein Kurzarbeitergeld. Meine privaten Altersvorsogen sind alle auf Eis gelegt. Tatsächlich entpuppt sich die Tatsache das ich jetzt den Investor als Vermieter habe, als ein Glücksfall. Er kommt mir mit der Miete großzügig entgegen. Was bei meinen alten Vermietern undenkbar gewesen wäre. Aktuell hoffe ich noch auf die Soforthilfe. Dann kommen wir mit einem blauen Auge davon. Wenn nicht…. keine Ahnung….

Wir halten euch auf dem laufenden…… to be continued 😉

Mittlerweile ist es Oktober 2020 und Corona ist noch überall gegenwärtig. Nachdem die Infektionszahlen gesunken sind und die Einschränkungen gelockert wurden, verschärft sich gerade die Situation zum Herbst wieder. Nachdem im Lockdown mein Studio fast stillstand, habe ich derzeit wieder viel zu tun und bin sehr positiv gestimmt. Die Soforthilfe hatte ich bekommen und konnte so die schwierigen Monate überstehen.

Was ist in dieser Zeit sonst alles passiert? Der wichtigste Schritt war wohl, dass wir mit einem Artikel in unserer Lokalzeitung an die Öffentlichkeit gegangen sind und von unseren Plänen erzählt haben. So wurden meine Studiokunden informiert. Diese können jetzt alle noch ihre Gutscheine entspannt einlösen. Und auch meine Stammkunden können sich noch Termine bei mir für ein Shooting holen. Die Resonanz auf diesen Artikel war großartig. Sehr viele sprechen uns darauf an und finden es toll das wir den Mut haben diesen Weg zu gehen.

Mit Otto ging es in den letzten Monaten auch gut voran, wenn auch nicht bei allem. Wir haben Ende Juni die Halle verlassen da der Vermieter eine Stange mehr Geld haben wollte. Wir haben uns entschlossen das Geld lieber zu sparen und Otto bei uns auf dem Hof fertig zu bauen. Eigentlich hätten wir gedacht, dass wir Otto bis dahin lackiert und die Fenster fertig gebaut haben. Aber das sollte mal wieder anders kommen.

Zunächst die Lackierung. Andre hatte sich schlau gemacht. Ihm wurde gesagt, dass es kein Problem sei den Lack zu rollen. Da wir keine Lackierhalle zum Mieten gefunden hatten, war das unsere einzige Möglichkeit. Wir haben es an einer kleinen Stelle ausprobiert und waren so gar nicht zufrieden. Das war also keine Option. Wir überlegten Otto dann zu Hause auf der Wiese zu lackieren, was allerdings auch keine besonders schöne Lösung gewesen wäre. Nachdem wir Otto dann nach Hause geholt haben, kam, wie vom Himmel geschickt, ein Nachbar zu uns und sagte das er eine Halle hat, in der wir lackieren könnten. 😊 Die Halle war nicht besonders groß und wir mussten etwas Improvisieren und auch alles abkleben, aber es hat geklappt. Wir konnten Otto endlich wieder zur Feuerwehr machen und den Koffer schön Rot lackieren.

Unsere Fenster sollten sich zum größten unserer Probleme entwickeln. Das heißt eigentlich nicht die Fenster sondern nur die Scheiben dafür. Bevor wir uns entschlossen haben die Fenster selbst zu bauen, hat Andre eine Firma gesucht, die uns Scheiben mit der nötigen Verkehrstauglichkeit (eine Zertifizierung ist dafür erforderlich) und Höhentauglichkeit bis 6000m, herstellen kann. Das war nicht so einfach. Letzten Endes hatte Andre eine Firma gefunden und angefangen die Fenster zu bauen. Das klappte alles super, war aber sehr Zeitintensiv. Die Scheiben wurden bestellt und per Vorkasse bezahlt, was bei Sonderanfertigung ja nicht ungewöhnlich ist. Seit der Bezahlung lief jedoch mit der Firma nichts mehr rund. Die Scheiben wurden nicht termingerecht geliefert. Wir wurden mehrfach und über Wochen vertröstet, wenn wir überhaupt mal jemanden ans Telefon bekommen haben. Auf unsere Mails wurde auch nie geantwortet. Nachdem wir Otto schon einige Wochen auf dem Hof stehen hatten, wurden endlich die Scheiben geliefert. Wir waren mega happy, endlich den Kofferbau abschließen zu können. Die Ernüchterung kam dann aber sehr schnell als wir uns die Scheiben genauer angeschaut haben und feststellen mussten das diese sehr wichtige Zertifizierung fehlte. Zusätzlich waren die Scheiben auch dicker als bestellt. Dieses wäre aber nicht so das Problem gewesen. Ohne die Zertifizierung bekommen wir keinen TÜV und ob die Scheiben Höhentauglich sind wussten wir auch nicht. Wir haben dazu keinerlei Belege bekommen. Nachdem daraufhin wieder niemand in der Firma zu erreichen war, haben wir einen Anwalt eingeschaltet. Nach den ersten Schreiben unseres Anwalts und keiner entsprechenden Reaktion der Firma wird es jetzt vor Gericht gehen und wir müssen unser Geld einklagen. Soweit die Kurzfassung der Geschichte. Wie es ausgeht werde ich euch natürlich auch noch schreiben. Unser Problem war allerdings, wo bekommen wir jetzt Scheiben her? Nach langem Suchen hat Andre sich dann einfach mal überlegt die Firma in Italien anzurufen, die auch für Outbound die Scheiben produziert. Von denen haben wir unsere Dachfenster. Die haben glücklicherweise einen deutschen Support und wir hoffen von dort unsere Scheiben zu bekommen. Die Absprachen zur Bestellung laufen gerade noch.

Des weiteren konnte Andre inzwischen unsere Heizung einbauen, der Unterfahrschutz ist so gut wie fertig und nachdem Andre einen Workshop zum Thema Elektrik im Expeditionsmobil besucht hat, können wir nun auch dieses sehr schwierige Thema angehen.

Während Andre sich um den ganzen Ausbau kümmert, bin ich dabei mich beruflich so langsam um zu orientieren. Durch Corona hat es sich ergeben das ich meine Öffnungszeiten um 2 Tage reduziert habe. Das hatte ich eigentlich erst ab Sommer vor, aber so passte es schon eher. Da meine Auszubildende ihre Prüfung erfolgreich absolviert hat, bin ich nun alleine im Studio. Die geringeren Öffnungszeiten bieten mir extrem viel mehr Flexibilität für Termine und ich liebe es! Dazu kommt das meine erste Zusammenarbeit mit einer Agentur als Virtuelle Assistentin in den Startlöchern steht und ich mich gerade dafür fortbilde. Da das neben meiner normalen Studioarbeit passiert, habe ich auch sehr viel zu tun.

Grundsätzlich läuft damit bei uns bisher alles nach Plan (außer die Scheiben) und wir sind sehr zuversichtlich unser Ziel 12.22 los zu kommen, halten zu können……